Die StångaspieleDie Stångaspiele sind alljährliche Wettkämpfe in den gutnischen (=altgotländischen) Sportarten in Stånga auf Gotland. Die Wettkämpfe fanden das erste Mal 1924 statt. In der Stångaspielen wetteifert man i Pärk, Varpa, Stangenstossen, gutnischem Fünfkampf und einigen verschiedenen, mehr scherzhaften Übungen. Eine kurze Beschreibung dieser Sportarten finden Sie weiter unten auf der Seite via Gutniska lekar (=gutnische Spiele). An den Stångaspielen 2003 nahmen c:a 2 300 Wettbewerber teil, davon ungefähr 1 550 an der Sportart Pärk, bei der 201 siebenköpfige Mannschaften antraten. Rekord! Die Anzahl der Funktionäre überstieg 300. Deren Einsatz ist ehrenamtlich! Die Wettbwerbe sind über vier ganze Tage verlegt, (Donnerstag - Sonntag), wobei die ersten zwei Tage nur Pärk gespielt wird. Samstag under Sonntag werden alle Disziplinen ausgeführt. Seit den sechziger Jahren fallen die Stångaspiele immer auf das zweite Wochenende im Juli. Datum für die Spiele in den kommenden fünf Jahren:
Die gutnischen Spiele sind ein Sammelbegriff für alle gotländische volkstümliche Spiele, die den Gotländern durch Jahrhunderte das Dasein vergoldet haben. Viele dieser Spiele stammen aus der Wikingerzeit. Zu Anfang spielte man sie im kleinen Kreis bei festlichem Anlass, um sich dann zu Wettkämpfen zwischen Nachbardörfern, die sich gegenseitig zum Wåg (=Wette) herausforderten, zu entfalten, eine gewählte Kombination von fünf verschiedenen Disziplinen. (Der Verlierer musste dann in der Regel die Kosten für das darauffolgende Fest bestreiten). Dieses gutnische Wåg hat stark dazu beigetragen, diese Spiele am Leben zu halten. Mit dem Beginn der Bildung von Sportvereinen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, schuf man die Voraussetzung für organisierte Formen dieser Wettkämpfe. Der erste Wettbewerb in Pärk wurde 1882 vom Visby Bollklubb angeordnet. Der gutnische Fünfkampf entstand gegen Ende des 19.Jahrhunderts,wurde erstmalig 1892 ausgeführt, und hat hohen Status bei den Stångaspielen. 1924 arrangierte man in Stånga gleichzeitig einen Wettbewerb in Varpa auch einen in Pärk, und so waren die Stångaspiele entstanden. Von den alten gotländischen Sportarten ist wohl Varpa die bekannteste. Varpa hat sich auf andere Gegenden in Schweden sowie mehrere europäische Länder verbreitet. Die schwedische Meisterschaft in Varpa wird seit 1946 gehalten. Pärk hat eine Anzahl von Verwandten in Europa - Jeu de Ball in Frankreich und Belgien und das baskische Pelote. Auch in Holland spielt man eine ähnliche Variante, Kaatsen. Schriftliche Beschreibung von Pärk gibt es vom 18. Jahrhundert,es kann aber in seiner ursprünglichen Form auf die antiken Griechen und Römer zurückgeführt werden. Ein gemeinsames Erbe von den Wikingern sind das gotländische Stangenstossen und die schottische Variante Tossing the Caber. Zeitweise hat ein gewisser Austausch mit unseren schottischen Freunden stattgefunden, besonders in den sechziger und siebziger Jahren. Die Stångaspiel sind heute beliebter als je zuvor, welches das folgende Diagramm illustriert:
GotlandSchwedens grösste Insel in der Ostsee. Bekannt für Kultur und Tourismus, mit etwa 650 000 Besuchern im Jahr 1998. Die einzige Stadt, Visby, ist bekannt für ihre Stadtmauer aus dem Mittelalter und ist auf der Welterbliste verzeichnet. Gotland hat 58 000 Einwohner, von denen 22 000 in Visby wohnen. Ein Gute, (plur. Gutar) ist ein alteingesessener Inselbewohner. StångaOrt in Gegend mit Landwirtschaft 50 KM südlich von Visby. Bekannt für u.a. das reichlich skulptierte Südportal der Kirche aus dem 13. Jahrhundert und Gumbalde Golf - ein parkähnlicher Golfplatz mit 18 Löchern mitten im Ort. In Stånga liegt der Platz für die Stångaspiele, Stangmalmen. Es ist ein
parkähnlicher Sportplatz mit der Fläche von 115 000 qm, welches etwa die Grösse von 19
Fussballplätzen entspricht. Stånga hat etwa 550 Einwohner.
|
||||||||||||||||||||||||||||||||